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Auf den Wirtschaftsseiten der New York Times macht ein Beitrag auch diesseits der weiten Beachtung von Sticker Prices an den teureren und teuersten Colleges des Landes – es werden nicht selten Studiengebühren von über $50.000 pro Studienjahr aufgerufen – deutlich, mit was für Kosten Studierende in den USA und ihre Eltern rechnen müssen. Dass die Bewältigung der zu erwartenden Kosten längerfristige Planung empfiehlt, macht der Beitrag mit dem folgenden Satz deutlich: „In an ideal world, parents would open up a 529 college savings account immediately after their children make their debut into the world and set up an automatic savings plan.“
Auf einem solchen kurz „529“ genannten, steuerlich begünstigten und bereits bei der Geburt eines Kindes einrichtbaren Sparkonto sollten sich dann über die 18 Jahre bis zum High School Diploma vielleicht schon $35.000 angesammelt haben, $35.000 von den $100.000, die man sinnvollerweise für ein vierjähriges Studium über die normalen Lebenshaltungskosten hinaus zur Verfügung haben sollte. Ein zweites Drittel müsste dann über die Zeit des Studiums hinweg aufgebracht werden und das letzte Drittel könne über Kredite abgedeckt werden, die noch mit ihren Eltern lebende Studierende derzeit bis zu einer Höhe von $31.000 erhalten könnten. Allen denjenigen, die nicht rechtzeitig mit dem Sparen begonnen oder das Gefühl hätten, dass Sie nicht genug Zeit haben, um einen ausreichend großen Eigenanteil zur Seite zu legen, gibt der Beitrag folgenden Rat mit auf den Weg: „There are also ways to contain your costs, including starting at a community college.“ [Eine Werbung für ein Studium in Deutschland könnte genau dort ansetzen: „Is your 529 college savings account just good enough for a community college? Come to Germany and study with no tuition at world class universities!”]
Warum überhaupt die Eltern für einen oder man selbst bereits in jungen Jahren über die Finanzierung eines Studiums nachdenken sollte, hängt in den USA auch von der im Beitrag adressierten Frage ab: „Why is college so expensive?“ In einer kursiven Antwort auf diese Frage listet der Beitrag die kompetitiven Kosten für die Anstellung von Professorinnen und Professoren, die aufwändige Verwaltung von Hochschulen und ihre vielen Dienstleistungen für die Studierenden und die hohen Compliance-Kosten an den Hochschulen. Die gute Nachricht bei den hohen Kosten für das Studium sei allerdings, dass in der Regel die Sticker Prices gelistet seien und die sich nach Abzug verschiedener Förderungen und Rabatte ergebende Net Tuition deutlich unterhalb der auf den Preisschildern vermerkten Kosten läge.
Um an Fördermittel zu kommen, so ein weiterer Abschnitt im Beitrag, müssten angehende Studierende bzw. ihre Eltern auf einer Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) den Bedarf und die Bezugsberechtigung nachweisen, oder alternativ ein sog. „CSS Profile“ anlegen, das von der Firma College Board administriert wird, der Herausgeberin des Zugangstests SAT. Dazu heißt es: „The CSS Profile is a lengthy form that students complete to seek financial help for college, but it’s different from the FAFSA, and whether you have to fill it out depends on where you apply. Not all colleges use the CSS Profile, but several hundred – mostly private colleges and universities – require it to assess whether you qualify for institutional aid, meaning the school’s own money, rather than government help. (...) Be prepared: It asks even more detailed questions than the FAFSA and it’s not free. It costs $25, plus fees for each additional school you select to receive your form, although you may be able to have the cost waived based on your income.”
Mit der Finanzierung der direkten Studienkosten sei allerdings ein Studium noch lange nicht ausfinanziert, denn die Lebenshaltungskosten kämen jeweils noch hinzu und die finanziellen Hilfen in Form von Zuschüssen oder Darlehen könnten in der Regel auch dazu verwendet werden, solche Ausgaben einschließlich Unterkunft und Verpflegung zu decken. Je nachdem, wo man studiere, könne man vielleicht Geld sparen, wenn man außerhalb des Campus in einer Wohngemeinschaft lebe. Einige Hochschulen, die sich der unsicheren Ernährungslage unter den Studierenden bewusst seien, hätten Lebensmittelbanken oder Speisekammern eingerichtet, die kostenlose Lebensmittel anbieten würden, und Programme, bei denen bessergestellte Studierende ihre ungenutzte Essenskarten an bedürftige Kommilitonen spenden könnten; Dinge eben, die an deutschen Hochschulen so nicht bekannt sein dürften.
Sie finden den Beitrag hier.
Sie finden ein Youtube-Video zum Thema 529 College Savings Account, dessen Mittel auch für andere Phasen der Ausbildung einschließlich beruflicher Ausbildung genutzt werden können, hier.
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